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Sehr unberühmt und sehr unaufgeführt - Gustav Mahlers Hamburger Jahre von Georg Borchardt Als Gustav Mahler Erster Kapellmeister in Hamburg wurde, war dort von seinen kompositorischen Ambitionen nur nebenbei die Rede, und das war zu der Zeit auch nicht anders zu erwarten. Die Eingeweihten wußten immerhin, daß der junge Kapellmeister fast zwei Jahre zuvor in Budapest die Uraufführung seiner ersten Sinfonie dirigiert und damit keinen großen Erfolg gehabt hatte. Da sie seitdem nicht wieder aufgeführt worden war, kannte niemand die Musik. Mit einer neuen Sinfonie hielt Mahler hinterm Berge, Kammermusikwerke von ihm waren nicht vorhanden, gedruckt nur ein paar frühe Lieder und die Carl Maria von Weber anhand von Skizzen und Fragmenten nachempfundene Oper "Die drei Pintos". Er hatte gehofft, den prominentesten Dirigenten der älteren Generation für seine Musik gewinnen zu können: Hans von Bülow lebte und wirkte in Hamburg, lobte und protegierte den Dirigenten Mahler, zeigte jedoch kein Verständnis für Mahlers Musik und schon gar nicht für den ersten Satz einer c-moll-Sinfonie, den der Komponist ihm auf dem Klavier vorspielte. Mahlers Karriere verlief in Hamburg immer glanzvoller. Einer seiner Rezensenten erinnerte sich später: "Mahler besaß als Operndirigent ein höchstes Maß von Stilgefühl; er trieb, im innigsten Zusammenhang mit der Szene, überhaupt Ausdruckskunst und Ausdruckskultur; war in einer Person Regisseur und Kapellmeister: Erklärer der Musik durch die Szene, Erklärer der Szene durch die Musik; Vorbild des Kapellmeisters, der den letzten, feinsten Zusammenhang zwischen Szene und Orchester, zwischen orchestralem Ausdruck und gesungenem Wort, zwischen Melos und Gebärde endgültig formt. War spiritus rector, Kraftquelle und Mittelpunkt, war das denkende Gehirn jeder Aufführung." Von Mahlers Interpretengenie profitierten am Hamburger Stadttheater sehr unterschiedliche Werke, nicht zuletzt Erstaufführungen, die er dirigierte: Tschaikowskys "Eugen Onegin" , Verdis "Falstaff" oder "Die verkaufte Braut" von Smetana. Tschaikowsky rühmte Mahlers Genie. Bernard Shaw pries ihn als Wagner-Dirigenten, anläßlich des Gastspiels der Hamburger Oper 1892 im Drury Lane Theatre in London, in seinen Rezensionen. Mahler probierte am Hamburger Stadttheater mit einem ungeheuren Arbeitsaufwand, und er dirigierte unglaublich viele Vorstellungen; in der Spielzeit 1894/95 (September bis Mai) waren es 138, in der Spielzeit 1895/96 gar 148 Vorstellungen! Indes war dem Komponisten Mahler seit langem alles ins Stocken geraten. Eine vier Jahre dauernde innere Blockade hinderte ihn am Komponieren, und so gedieh auch die geplante zweite Sinfonie nicht über den längst fertigen ersten Satz hinaus. Im Frühjahr 1892 war die lähmende Blockade plötzlich aufgehoben, Mahler konnte wieder komponieren. In kurzer Zeit entstanden einige Lieder nach Texten aus "Des Knaben Wunderhorn", darunter "Das himmlische Leben", von dem Mahler berichtete, daß es "nach der Stagnation als das Erste in Hamburg dem lang verhaltenen Schaffensquell entsprang." Er nannte diese Lieder "Humoresken"; dazu gehören auch "Der Schildwache Nachtlied", "Verlorne Müh", "Trost im Unglück", "Wer hat dies Liedel erdacht" und später komponierte Wunderhorn-Lieder wie "Des Antonius von Padua Fischpredigt" oder "Es sungen drei Engel einen süßen Gesang". In Mahlers Ästhetik beansprucht der Begriff "Humor" einen bedeutenden Platz. Mahler erklärte gesprächsweise, daß nur der vierte und der sechste Satz seiner dritten Sinfonie "tiefster Ernst" seien, alle übrigen aber "Humor", und daß "der Humor hier nur für das Höchste einsetzen muß, das anders nicht mehr auszudrücken ist." Seine Definition des Humors deckt sich mit der von Arthur Schopenhauer in "Die Welt als Wille und Vorstellung“. Dort heißt es, "der Humor beruht auf einer subjektiven, aber ernsten und erhabenen Stimmung, welche unwillkürlich in Konflikt gerät mit einer ihr sehr heterogenen, gemeinen Außenwelt, . . . wodurch der Eindruck des . . . Scherzes entsteht, hinter welchem jedoch der tiefste Ernst versteckt ist und durchscheint." Die wörtliche Übereinstimmung ist bemerkenswert. Mahlers Freund Bruno Walter bezeugt, daß Mahler sich in seiner Hamburger Zeit viel mit Schopenhauer beschäftigte. Es wird später zu zeigen sein, daß Mahler Schopenhauers Hauptwerk schon viel früher kennenlernte und beherzigte und bestimmte Metaphern des Philosophen direkt auf Episoden in einigen seiner Sinfonien anwandte. Die Humoreske "Das himmlische Leben" bekam für Mahler die Bedeutung eines Schlüsselwerks. Er verglich sie mit einem "Keim, der ein vielfältiges Leben in sich schließt." So wirkte sich vor allem die letzte Strophe motivisch und sinnstiftend auf das Finale der zweiten Sinfonie aus. Mit dieser Humoreske gedachte Mahler zunächst seine dritte Sinfonie zu krönen, doch dann machte er sie zum Schlußsatz der vierten Sinfonie. Im Gedicht von den "himmlischen Freuden" erscheint ein Stück Heilsgeschichte in naiver Abkürzung: "Johannes das Lämmlein auslasset, der Metzger Herodes drauf passet! Wir führen ein geduldig's, unschuldig's, geduldig's, ein liebliches Lämmlein zu Tod!" Bei der selbst im Paradies nicht auszulöschenden Erinnerung an eine irdische Untat verfinstert sich die Musik der Humoreske ins spukhaft Schauerliche und Unheimliche, und die Behaglichkeit ist heftig gestört. In der Optik des mahlerschen Humors besteht nicht unbedingt ein himmelweiter Unterschied zwischen dem himmlischen und dem irdischen Leben. So mischt sich in der Humoreske "Das himmlische Leben" in den Engelsgesang der letzten Strophe zart, aber deutlich eine melodische Lokalfärbung ein: Die himmlischen Hofmusikanten in der Kapelle der heiligen Cäcilie verraten hier die Herkunft der ausgeterzten Mollwendung: Sie stammt aus dem Repertoire der "böhmischen Musikantenkapelle", die Mahler im Trauermarsch seiner ersten Sinfonie auftreten läßt. Die von Mahler so bevorzugte erste hamburgische Humoreske markiert nach der langen Schaffenskrise besonders hervorragend den Neubeginn in seiner kompositorischen Produktion. Es ist bezeichnend, daß er sie im Programm seines ersten Hamburger Konzerts an die Spitze der von ihm aufgeführten Werke stellte. Der Kritiker der "Hamburger Nachrichten", Ferdinand Pfohl, schrieb, daß "das Himmlische Leben ein wahrer Geniestreich ist: ein prickelnd-geistreiches, überaus feines und entzückend instrumentiertes Charakterstück, in dem ein souverainer Humor das Scepter führt." Das Konzert im sogenannten Konzerthaus Ludwig an der Reeperbahn war Mahlers erster großer Erfolg. Außer den Uraufführungen seiner Humoresken dirigierte er hier am 27. Oktober 1893 seine revidierte erste Sinfonie. Sie erklang nunmehr unter der neuen Bezeichnung "Titan", in Verbindung mit Erläuterungen Mahlers im Programmheft. Auch das war also ein Neubeginn für ihn. Mit erstaunlicher Offenheit überließ Mahler es den Hörern dieses Konzerts, den "plötzlichen Ausbruch der Verzweiflung eines im tiefsten verwundeten Herzens" am Beginn des Finales seiner ersten Sinfonie autobiographisch zu deuten. Seiner langjährigen Gesprächspartnerin Natalie Bauer-Lechner sagte er in der Zeit, als er an der zweiten Sinfonie arbeitete: "Meine beiden Symphonien erschöpfen den Inhalt meines ganzen Lebens; es ist Erfahrenes und Erlittenes, was ich darin niedergelegt habe, Wahrheit und Dichtung in Tönen. Und wenn einer gut zu lesen verstünde, müßte ihm in der Tat mein Leben darin durchsichtig erscheinen." Mahler war überzeugt: "Der Parallelismus zwischen Leben und Musik geht vielleicht tiefer und weiter, als man jetzt noch zu verfolgen imstande ist." Mahler fordert also direkt dazu auf, seine geistige Biographie aus seiner Musik herauszulesen. In seiner Hamburger Zeit kargte er nicht mit Auskünften über die Entstehung und die Deutung seiner Musik. Sehr charakteristisch für ihn ist das Warten auf den Augenblick der Inspiration. Die Fertigstellung der zweiten Sinfonie zog sich jahrelang bis zum Dezember 1894 hin. Darüber berichtet Mahler: "Ich trug mich damals lange Zeit schon mit dem Gedanken, zum letzten Satz den Chor herbeizuziehen, und nur die Sorge, man möchte dies als äußerliche Nachahmung Beethovens empfinden, ließ mich immer wieder zögern! - Zu dieser Zeit starb Bülow und ich wohnte seiner Trauerfeier hier bei. Die Stimmung, in der ich dasaß und des Heimgegangenen gedachte, war so recht im Geiste des Werkes, das ich damals mit mir herumtrug. - Da intonierte der Chor von der Orgel den Klopstock-Choral "Auferstehn"! - Wie ein Blitz traf mich dies und alles stand ganz klar und deutlich vor meiner Seele! Auf diesen Blitz wartet der Schaffende, dies ist die "heilige Empfängnis"! Was ich damals e r l e b t e , hatte ich nun in Tönen zu erschaffen. - Und doch - hätte ich dieses Werk nicht schon in mir getragen - wie hätte ich das erleben können? Saßen doch Tausende mit mir in jenem Momente in der Kirche! - So geht es mir immer: nur wenn ich erlebe, ‚tondichte' ich - nur, wenn ich tondichte, erlebe ich!" Mahler hatte plötzlich den lange gesuchten Wortimpuls für die endgültige Gestaltung seiner Sinfonie gefunden, die heute die "Auferstehungssinfonie" genannt wird. Es handelt sich um den einzigartigen Fall einer genau datierbaren und lokalisierbaren Inspiration zu einem großen Werk. Mahler empfing die Eingebung am 29. März 1894 in der Zeit zwischen zehn und etwa elf Uhr vormittags in der Hamburger Michaeliskirche. Daher darf das später "Auferstehungssinfonie" genannte Werk mit Fug und Recht als die hamburgische Sinfonie Mahlers bezeichnet werden. Zum ersten Mal sagte ein Komponist in einer Sinfonie nicht nur metaphorisch "ich", sondern wörtlich in eigenen Versen: "Mit Flügeln, die ich mir errungen, Mahlers religiöse Überzeugungen lassen sich indes kaum auf eine schlichte konfessionelle Formel bringen. Er hat schon in seiner Jugendzeit mit dem Christentum sympathisiert, und seine Konversion war sicherlich nicht nur ein Zugeständnis an sein Wiener Dirigentenamt, sondern auch Glaubenssache. Mahler wurde am 23. Februar 1897 in der Hamburger St. Ansgar-Kirche getauft. Die Berliner Uraufführung der zweiten Sinfonie am 13. Dezember unter Mahlers Leitung wurde der bisher größte Erfolg für den nunmehr 35 Jahre alten Komponisten. Doch zunächst blieb er weiterhin, wie er ironisch feststellte, "sehr unberühmt und sehr unaufgeführt". Zwei vermögende Hamburger Mahler-Enthusiasten, Hermann Behn und Wilhelm Berkhan, hatten das Berliner Konzert finanziert. In Hamburg wurde Mahler in den sechs Jahren seines Wirkens nie so recht heimisch. Er hatte Heimweh nach Österreich. Frau Henriette Lazarus, die aus Österreich stammte, führte ein großes Haus an der Esplanade, das als gesellschaftlicher und geistiger Mittelpunkt der Hansestadt geschätzt wurde. Hier verkehrte Mahler gern; er trug dort Beethovens späte Klaviersonaten, darunter die Hammerklaviersonate, vor und begleitete auch eine Aufführung seiner "Lieder eines fahrenden Gesellen". Über sein Hamburger Opernpublikum äußerte Mahler sich ziemlich abfällig: "Da studiere ich unter solcher Anspannung aller meiner Kräfte und was schwerer ist, mit dem Musikerhandwerkervolk unter mir, das mich darum haßt, bis ins kleinste Detail meine Vorstellungen ein, bis sie wirklich klappen und wie aus einem Guß gehen: und für wen geschieht das? Für welche Herde von Schafen, die es gedankenlos und nutzlos anhören, denen es bei dem einen Ohr hinein, bei dem anderen wieder hinausgeht, wie den Fischen bei der Predigt des heiligen Antonius von Padua!" Nur Johannes Brahms fand noch schärfere Worte für das Hamburger Publikum; er schrieb an Mahler: "Die Bremer sind unmusikalisch, aber die Hamburger antimusikalisch. " Mahler wohnte eine Zeit lang in der Bundesstraße Nummer 10. Aus dem Schlafzimmer im dritten Stock war der Zoologische Garten jenseits der Straße zu überblicken. Auf die Frage, ob ihn das Löwengebrüll nicht störe, soll Mahler geantwortet haben, daß es ihm angenehmer sei als "der Beifall des Hamburger Publikums an einer unrichtigen Stelle in der Oper." Ihn störte eher die vom Löwengebrüll und vom Gebell afrikanischer Büffel begleitete Musik der im Tiergarten auftretenden Militärkapellen. Das Haus in der Bundesstraße, in dem Mahler wohnte, steht noch und ist äußerlich anscheinend wenig verändert. Der Cholera-Epidemie von 1892 in Hamburg entging Mahler. Daß seine schwere Krankheit, ein Jahr später, eine Cholerainfektion gewesen sein soll, ist sehr unwahrscheinlich. Bei der strengen Meldepflicht konnte der Arzt unmöglich einen Cholerafall verschweigen. Nach der Auskunft von Prof. Stefan Winkle kommt der Name Gustav Mahler in den Listen der späten hamburgischen Cholerafälle nicht vor. Aus der Wohnung in der Bundesstraße schrieb Mahler am 16. April 1892 einen Brief an Anton Bruckner. Er hatte am Vortage die deutsche Erstaufführung von Bruckners "Tedeum" dirigiert: "Hochverehrter Meister und Freund! Endlich bin ich so glücklich, Ihnen schreiben zu können: ich habe ein Werk von Ihnen aufgeführt. Gestern (Karfreitag) dirigierte ich Ihr herrliches und gewaltiges " T e d e u m " . Sowohl die M i t w i r k e n d e n , als auch das ganze P u b l i k u m waren auf's Tiefste ergriffen von dem mächtigen Bau und den wahrhaft erhabenen Gedanken, und ich erlebte zum Schluß der Aufführung, was ich für den größten Triumph eines Werkes halte: das Publikum blieb lautlos sitzen, ohne sich zu bewegen, und erst nachdem der Dirigent und die mitwirkenden Künstler ihre Plätze verlassen, brach der Beifallssturm los. An der Aufführung hätten Sie Ihre Freude gehabt. Ich habe selten ein Personal in solcher Begeisterung wirken gesehen, wie gestern." Bruckner konnte nicht wissen, daß Mahler in seiner Begeisterung die Worte "Für Chor, Soli und Orchester, Orgel ad libitum" auf dem Titelblatt der Partitur durchgestrichen und ersetzt hatte. Mahlers Version lautet: "Für Engelzungen, Gottselige, gequälte Herzen und feuergeläuterte Seelen!" Bruckner ahnte auch nicht, daß in Mahlers Worten die Freude darüber mitschwang, daß er wieder komponieren konnte und daß ihm vor wenigen Wochen "das himmlische Leben" geglückt war.
Bericht des Komponisten Josef B. Foerster über die Trauerfeier Es war am 29. März 1894 um zehn Uhr vormittags, als der schlichte Schrein, in dem Bülow seine letzte Ruhestätte fand, in die Kirche getragen wurde . . . Die Totenfeier hatte folgendes Programm: Orgelpräludien von J. S. Bach, hierauf folgte Bachs Choral aus der Matthäus-Passionsmusik "Wenn ich einmal soll scheiden" . . . , dann Vorlesungen aus der Heiligen Schrift, hierauf Gesang des Knaben-Chors der St. Michaelis-Kirche (Choral aus Klopstocks "Messias": "Aufersteh'n wirst du mein Staub, nach kurzer Ruh"). Dann sprach Hauptpastor Behrmann die Gedenkrede und mit Bachs Chor aus der Johannes-Passion: "Ruht wohl, ihr teuren Gebeine" schloß die kirchliche Feier. Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du mein Staub nach kurzer Ruh', unsterblich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! Die Kinderstimmen! Sie klangen wie Engelsstimmen, sie klangen wie ein Gebet, in das sich Gefühle süßer Hoffnung mischen, und sie trugen auf ihren Flügeln Wunderkraft, Trost, Märchenzauber und verschwiegenes Leid . . . Der Trauerzug begann. Siegfried Wagner, Frau Professor Thode, die Tochter Bülows und ihr Gatte, Universitätsprofessor Henry Thode, vertraten die Familie. Als das Trauergeleit beim Stadttheater anlangte, in dem der große Meister-Dirigent so oft seine Zuhörer zur Bewunderung hinriß, grüßten ihn die finsteren Klänge von Wagners Trauermarsch aus der "Götterdämmerung" . . . Mahler habe ich auch beim Stadttheater nicht getroffen. Aber am Nachmittag ließ es mir keine Ruhe, wie wenn mich zu ihm eine Zaubermacht drängte, eile ich, von eigener Empfindung erfüllt und in unerklärlicher Erregung, zu ihm. Ich öffne die Tür des Arbeitszimmers und erblicke ihn am Schreibtisch, die Feder in der Hand, leicht gebückt über die Partitur. Ich stehe noch in der Tür, da dreht sich Mahler plötzlich um, bemerkt mich und ruft: "Foerster, ich hab's!" Und ich, wie erleuchtet, begreife, was er andeutet, und antworte: "Aufersteh'n, ja aufersteh'n!" Erstaunt und überrascht sieht mich Mahler an: ich hatte seinen geheimsten Gedanken erraten und ausgesprochen: Klopstocks Dichtung wird der Quell und die Grundidee des Finalsatzes werden. So entstand nun der letzte Satz der zweiten Symphonie, begonnen an jenem denkwürdigen Tag von Hans von Bülows Begräbnis in Hamburg.
Brief eines begeisterten Hamburger Radfahrers an einen ebensolchen Lieber Freund! Ich fahre morgen Abend ab. Falls ich Sie nicht mehr wiedersehen sollte sage ich Ihnen auf fröhliches Wiedersehen nach den Ferien! Ich errege allgemeine Bewunderung auf meinem Rad. Ich scheine wirklich geradezu für das Rad geboren zu sein und werde bestimmt noch einmal zum Geheimrad ernannt werden. Soweit bin ich schon, daß mir alle Pferde ausweichen - nur im Läuten bin ich noch schwach; bei dieser Gelegenheit steige ich manchmal (sehr rapid) ab ich kann es nicht übers Herz bringen, so einen Taxameter einfach umzurennen - obwohl sie es eigentlich verdienten, da sie sich immer in der Mitte der Straßen aufhalten, ohne jede Rücksicht darauf, daß für einen so schwungvollen Radfahrer ohnehin alle Straßen zu schmal sind. also All (noch) heil!
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