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Laudatio für Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Constantin Floros

anlässlich seines Abschieds von der Präsidentschaft den Teilnehmern der Mitgliederversammlung
am 23. Mai 2007 vorgetragen:

 

Meine Damen und Herren, liebe Mahlervereinigte,

als ich vor etwa neunzehn Jahren die Idee hatte, in dieser Stadt eine Bürgerinitiative zugunsten des bisher größten und berühmtesten Wahl-Hamburgers ins Leben zu rufen, war es für mich von vornherein klar, wen ich als ersten zu fragen hätte, ob er mein Mittäter bei der Initiative „Gustav Mahler und Hamburg“ sein wolle: Das konnte niemand anders sein als der prominenteste Mahlerianer der Hansestadt, der international renommierte Musikwissenschaftler Professor Dr. Constantin Floros, der an der hiesigen Universität als Ordinarius lehrte und zeitweise auch der Direktor ihres musikwissenschaftlichen Instituts war. Sein dreibändiges Werk „Gustav Mahler“ - 1977 begonnen und 1985 komplettiert - galt bereits als Standardwerk der Mahler-Literatur. Ich war froh darüber, daß ich den bedeutenden Mahler-Forscher für meine Gründungsidee gewinnen konnte. Hamburg als Mahler-Stadt - diese Prägung leuchtete ihm ein, und nicht zuletzt galt ja die Hansestadt dank ihm als ein Zentrum der Mahler-Forschung. Seine freundlich in Aussicht genommene Mitwirkung bedeutete eine Ehre für die zu gründende „Gustav Mahler Vereinigung Hamburg“, und dieser  entscheidende Zugewinn musste folglich an exponierter Stelle zum Ausdruck kommen. So waren sich alle am Anfang Beteiligten denn auch darin einig, Herrn Professor Floros zum Präsidenten zu wählen. Er wurde und blieb es in der stetigen Erneuerung seiner Präsidentschaft beinah bis zum heutigen Tage.

Seine Kompetenz und sein Prestige wirkten sich nachhaltig prägend auf das Niveau und das öffentliche Ansehen unserer rasch wachsenden Vereinigung aus. Ich darf in Erinnerung rufen und andeuten, auf welche Weise die von ihm gesetzten wissenschaftlichen Akzente den Veranstaltungen unserer Vereinigung zugute kamen. Bei unserem festlichen Einstand - den wir dank der Großzügigkeit unserer unvergesslichen Mäzenin Lisa Sutor am 30. April 1989 im feinen Überseeclub im Zentrum der Innenstadt an der Binnenalster feiern konnten -  lautete das Thema seines Vortrags „Gustav Mahler heute“. Seine auf das Konkrete und das klar Verständliche zielende Mahler-Exegese flankierte einleuchtend die von Judith Beckmann mit Irving Beckmann am Flügel so schön gestalteten Lieder von Mahler. Und so war es immer bei unseren Vorträgen und Symposien: Kein Vortrag ohne Musik. Bereits am 11. Juli 1989 sprach Herr Professor Floros im Forum der Musikhochschule über „Gustav Mahlers Aktualität“; Ruth-Maria Nicolay sang Mahler-Lieder mit Gernot Kahl am Flügel, und diesen Abend veranstaltete die Musikhochschule in Zusammenarbeit mit der Gustav Mahler Vereinigung.

Unsere freundschaftliche Kooperation mit der Katholischen Akademie in Hamburg begann am 9. September 1992 mit einem Mahler gewidmeten Doppelvortrag, gehalten von dem Münchner Theologen Eugen Biser und von Herrn Professor Floros, der über „religöse Momente in Mahlers Symphonik „Von der Auferstehungssymphonie bis zur Symphonie der Tausend“ sprach. Drei Jahre später erschienen die Vorträge in Form einer Broschüre, und das war unsere erste - auch von unserer Vereinigung mit finanzierte - Publikation. Unsere eigene Schriftenreihe begann mit dem 1996 erschienenen Buch „Gustav Mahler - Meine Zeit wird kommen“; es enthielt am Anfang den Beitrag von Constantin Floros: „Ein Luftzug von dem Sturmflug unserer großen Zeit. Gustav Mahlers Aktualität.“ Die Präsentation des Buches geschah bei einem Festakt mit der damaligen Kultursenatorin Dr. Christina Weiss im Brahms-Foyer der Hamburger Musikhalle am 27. Oktober 1997 in Verbindung mit der Präsentation der von Milan Knobloch geschaffenen Gustav Mahler-Büste, die im Auftrag unserer Vereinigung entstanden war und der Musikhalle als Leihgabe übergeben wurde. Der zweite Band unserer Schriftenreihe, „Gustav Mahler und die Oper“ erschien vor drei Jahren, herausgegeben von Constantin Floros, mit seinem Beitrag „Gustav Mahler und das Musiktheater - Inszenierungen aus dem Geiste der Musik“.

Von den fünf Doktoranden, die bei Herrn Professor Floros über Mahler-Themen promovierten, gehörten zwei, Dr. Alexander Odefey und Dr. Christian Wildhagen, vorübergehend auch dem Vorstand unserer Vereinigung an. So sehr ich es bedaure, daß Herr Professor Floros seine langjährig wirksame Präsidentschaft beendet hat, so froh bin ich darüber, daß er versprochen hat, unserer Vereinigung auch in Zukunft mit seinem wissenschaftlichen Rat beizustehen. Als Beispiel für seinen Weitblick darf ich schließlich seine Initiative zur Änderung unseres Namens erwähnen. Der ursprüngliche Name „Gustav Mahler Vereinigung Hamburg e.V.“ war in seinen Augen zu sehr auf Hamburg eingeengt. Es entsprach unserer Verbreitung weit über Hamburg hinaus, daß er als künftigen Namen vorschlug „Gustav Mahler Vereinigung e.V., Hamburg“. Ich  spreche Herrn Professor Dr. Floros den herzlichen Dank unserer Vereinigung für seine bedeutungsvolle Arbeit aus.

Georg Borchardt

 

Die Teilnehmer der Mitgliederversammlung haben Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Constantin Floros einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt.

 

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